

Vor einigen Jahren entdeckten die Forscher, dass Magen und Darm des Menschen rund 200 Millionen Nervenzellen enthalten. Nur allmĂ€hlich gelingt es, den stĂ€ndigen Dialog zwischen den beiden Steuerzentralen Bauch und Kopf zu entziffern. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse eröffnen ungeahnte therapeutische Möglichkeiten. Denn vermutlich werden bei bestimmten neurologischen Erkrankungen, wie beispielsweise der Parkinson-Krankheit, zunĂ€chst die Neuronen im Magen-Darm-Trakt angegriffen. Noch erstaunlicher: Im Bauchhirn lebt eine Hunderte Milliarden von Bakterien zĂ€hlende Kolonie, deren AktivitĂ€t sich auf Persönlichkeit und Entscheidungen des Menschen auswirkt und die dafĂŒr verantwortlich ist, ob jemand beispielsweise zurĂŒckhaltend oder verwegen reagiert. Nach der Entdeckung dieses zweiten Nervensystems setzt sich unter den Forschern allmĂ€hlich die Ăberzeugung durch, dass das Gehirn im Kopf nicht der einzige KapitĂ€n an Bord ist.
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